Wie emotional gesund bist Du?

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Unseren emotionalen Gesundheitszustand zu beurteilen, ist eine Möglichkeit, sich darüber klar zu werden, wie sehr uns Kindheitserlebnisse traumatisiert haben. Es gibt gewisse Anzeichen, an denen wir ablesen können, ob wir emotional gesund sind oder nicht.

Selbstliebe

Selbstliebe ist die Fähigkeit, mit sich selbst befreundet zu sein und Tag für Tag hinter allem zu stehen, was wir sagen und tun. Wenn wir einen Fremden treffen, der Dinge besitzt, die wir nicht haben, bemitleiden wir uns für unseren vermeintlichen Mangel? Und wie schnell gerät unser Selbstbild durch den Vergleich mit Anderen ins Wanken? Wenn eine andere Person uns frustriert oder bloßstellt, können wir die Beleidigung überwinden, indem wir die sinnlose Böswilligkeit hinter dem Angriff erkennen? Oder verfallen wir ins Grübeln, sind erschüttert und identifizieren uns mit dem Urteil unserer Feinde? Wie sehr kann eine schlechte öffentliche Meinung durch die Erinnerung an einen uns prägenden Menschen aus unserer Vergangenheit kompensiert werden, der uns kontinuierlich Aufmerksamkeit geschenkt hat?
Lieben wir uns selbst genug, um eine Beziehung zu beenden, in der uns Gewalt widerfährt? Oder hegen wir einen derartigen Groll gegen uns selbst, dass wir glauben, solch Leid zu verdienen? Und von der anderen Seite betrachtet: Wie gut sind wir darin, uns bei unserem Partner oder unserer Partnerin für Fehler zu entschuldigen? Wie unbeugsam sind wir in unserer Selbstgerechtigkeit? Können wir Fehler offen eingestehen, ohne uns gleichzeitig wertlos und wie ein Versager zu fühlen?
Kommen uns unsere sexuellen Wünsche ganz natürlich vor, oder schämen wir uns für unsere vermeintlich abartigen Neigungen? Sind sie vielleicht etwas ungewöhnlich, aber keinesfalls schlecht oder schmutzig, da sie aus uns selbst kommen und wir keine widerwärtigen Wesen sind?
Sind wir uns auf Arbeit des Wertes unserer Leistungen bewusst und somit fähig, ohne an uns selbst zu Zweifeln für eine entsprechende Bezahlung einzustehen? Können wir dem Bedürfnis widerstehen, Anderen in jedem Fall gefallen zu wollen? Ist uns bewusst, wie wichtig es sein kann, Nein zu sagen?

Aufrichtigkeit

Aufrichtigkeit bedeutet, dass wir uns selbst gegenüber ehrlich sind, was unsere problematischen Seiten angeht und dass wir schwierig zu akzeptierende Tatsachen anerkennen, um diese daraufhin nüchtern erkunden zu können. Können wir ehrlich mit uns sein, auch wenn es um unsere weniger angenehmen Charaktermerkmale geht? Bestehen wir starr auf unsere vermeintliche Normalität und Vernunft? Können wir ohne Angst auch unsere düsteren und problematischen Gedanken erforschen? Geben wir zu, beizeiten blödsinnig, neidisch, traurig und verwirrt zu sein?
Wie lernbereit sind wir, in Gesellschaft Anderer? Empfinden wir es als Angriff auf unsere gesamte Persönlichkeit, wenn uns jemand wegen einer Kleinigkeit kritisiert? Wie bereit sind wir, uns wertvolle Lektionen anzuhören, auch wenn diese in schmerzhafter Form vermittelt werden?

Kommunikation

Können wir Enttäuschungen geduldig und nachvollziehbar formulieren und Anderen unsere Sichtweise deutlich machen? Schlucken wir Schmerzen, leben sie symbolisch aus oder werden deshalb zornig?
Fühlen wir uns im Recht, zu sagen, was wir denken und knallen wir beleidigt die Tür zu, wenn Menschen uns verärgern? Erwarten wir von Anderen, dass sie unsere Gefühle und Gedanken erraten? Können wir Anderen eine zweite Chance geben und den Gedanken akzeptieren, dass sie es nicht böse meinen, wenn sie uns missverstehen? Haben wir die inneren Ressourcen, anderen Menschen Dinge zu erklären, anstatt ihnen Vorwürfe zu machen?

Vertrauen

Als wie gefährlich empfinden wir die Welt? Wie leicht meistern wir Herausforderungen wie öffentliche Reden, Zurückweisungen in der Liebe, finanzielle Probleme, eine Reise in ein fremdes Land oder eine gewöhnliche Erkältung?
Wie nah sind wir jeden Tag am Zusammenbruch? Aus welchem Material sind wir gemacht?
Glauben wir, dass neue Bekanntschaften uns mögen werden oder gehen wir davon aus, dass sie uns sowieso irgendwann einmal verletzen? Wenn wir ein wenig bestimmender als sonst sind, gehen wir davon aus, dass der Andere damit umgehen kann oder zusammenbrechen wird? Enden neue und unvertraute Situationen grundsätzlich in einem Desaster?
Wie sehr klammern wir uns in der Liebe an den Anderen? Glauben wir bei Abwesenheit des Partners daran, dass er oder sie wiederkommt? Wie viel Kontrolle brauchen wir? Können wir Fremde ansprechen, die wir interessant finden? Suchen wir weiter, auch wenn es beim vorherigen Menschen nicht geklappt hat?
Halten wir im Großen und Ganzen die Welt für einen sicheren Ort voller Möglichkeiten, der ausreicht, uns zufrieden zu machen? Oder fühlen wir uns missverstanden und geben uns dann widerwillig mit der Scheinheiligkeit der Welt zufrieden?

Es ist nicht unsere Schuld oder die irgendeines anderen Menschen, dass es uns so schwerfällt, diese Fragen zu beantworten. Jedoch gewinnen wir durch die bloße Auseinandersetzung mit ihnen eine Ahnung davon, welche Formen unsere Verletzungen haben und welche Art von Pflaster für eine Genesung notwendig sein könnte.

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Der Text ist die Übersetzung eines Beitrags aus The Book of Life.

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