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The School of Life: 8 hilfreiche Ideen für ein gutes Leben

The School of Life: 8 hilfreiche Ideen für ein gutes Leben

Die School of Life hat inzwischen weit über 500 Filme produziert und fünf Millionen Wörter verfasst. Und das ist ein Problem.

Denn Ideen müssen – selbst wenn es sich um sehr gute Ideen handelt – kurz und knapp formuliert und aufs Wesentliche zugespitzt sein, um eine Chance zu haben, im Gedächtnis zu bleiben. Unseren Follower*Innen zuliebe haben wir darum alles, worauf wir vertrauen, in acht Kernsätzen zusammengefasst.

Das Credo von The School of Life lautet wie folgt:

1. Finde dich damit ab, dass nichts perfekt ist

Von Geburt an sind wir fehlerbehaftete, gebrochene Wesen. Perfektion ist für uns unerreichbar. Trotz unserer Intelligenz und all unseres Wissens werden wir Dummheit und Schmerz niemals ausrotten. Auch künftig begleitet Leid unser Leben – und zwar auf ganz zentrale Weise.
Denn bei Lichte besehen sind wir alle ängstlich, unsicher und fehlerhaft, voller Reue und ungestilltem Verlangen. Niemand ist normal. Normal können uns nur Menschen erscheinen, die wir noch nicht besonders gut kennen.

2. Teile deine Verletzlichkeit

Die Erkenntnis, dass jeder von uns schwach, verrückt und fehlerhaft ist, sollte unser Mitgefühl wecken für uns selbst – und unsere Großzügigkeit gegenüber anderen.

Sind wir fähig, Verletzlichkeit und Gebrochenheit mitzuteilen, legen wir den Grundstein jener wahren Freundschaft, die wir so inständig herbeisehnen.

Menschen führen nicht unbedingt das Leben, das sie verdient hätten. Belohnungen werden nicht gerecht verteilt. Darum sollten wir uns den Gedanken zu eigen machen, dass das Leben einer Tragödie gleicht. Furchtbare Dinge können jeden treffen – und sie tun es auch. Wir können sehr wohl rechtschaffen sein und dennoch scheitern. Darum sollten wir langsamer im Urteilen und schneller im Verstehen werden. Die Gescheiterten sind keine „Loser“; wir könnten bald selbst einer von ihnen sein.

3. Kenne deinen Wahnsinn

Wir können geistig nie völlig gesund sein. Wir können uns aber geistig reif verhalten, indem wir verstehen, inwiefern wir verrückt sind und Menschen, die uns wichtig sind, davor warnen, was unser Wahnsinn mit uns macht – früh, rechtzeitig und bevor wir zu viel Schaden angerichtet haben. Darüber hinaus sollten wir unermüdlich die nötigen Schritte unternehmen, die uns ermöglichen, unsere Macken in Schach zu halten, statt sie auszuleben.
Wir sollten eine fertige Antwort parat haben – und niemals Anstoß nehmen – wenn uns (hoffentlich) jemand fragt: Und worin besteht dein Wahnsinn?

Zum großen Teil stammt der Wahnsinn aus unserer Kindheit, die uns jeweils auf eine ganz eigene Weise verkorkst hat. Niemand hat jemals eine „normale“ Kindheit gehabt – was die Bemühungen, die Familien bei der Erziehung ihrer Kinder auf sich nehmen, nicht schmähen soll.

4. Akzeptiere deine Dummheit

Fliehe nicht vor dem Gedanken, dass du ein Dummkopf sein könntest, als handle es sich um eine besondere und schreckliche Einsicht. Akzeptiere die Gewissheit, dass es nun mal so ist, mit Anmut, in hellstem Tageslicht. Ja, du bist dumm, aber dazu gibt es nun mal keine Alternative. Auf unserem Planeten leben über sieben Milliarden ähnlich dumme Menschen.

Unsere eigene Dummheit anzunehmen, kann uns zuversichtlicher machen, wenn uns besondere Herausforderungen begegnen – schließlich ist so gut wie sicher, dass wir Mist bauen werden. So sind wir zufriedener mit uns selbst sowie bereit, unserem ähnlich gebrochenen, geistig minderbemittelten Nachbarn eine helfende Hand zu reichen. Wir legen Scham und Scheu ab, indem wir auch einen Großteil unseres Stolzes hinter uns lassen.

5. Du bist gut genug

Scheitern ist nicht die einzige alternative zur Perfektion. Stattdessen haben wir die Möglichkeit, unseren Frieden mit dem Gedanken zu schließen, dass wir alle, jeder und jede für sich, gut genug sind. Gut genug als Eltern, als Geschwister, als Arbeitende und als Menschen.

„Gewöhnlich“ zu sein bedeutet nicht: gescheitert zu sein. Genauer, verständnisvoller, großzügiger und mit Einfühlvermögen betrachtet, enthält das Mittelmaß das Beste des Lebens. Das Leben spielt sich nicht anderswo ab. Sondern voll und ganz im Hier und Jetzt.

6. Überwinde die Romantik

Die Vorstellung, es gäbe den oder die „Eine“ ist eine grausame Erfindung. Niemand ist jemals ganz richtig oder total falsch.

Wahre Liebe beruht nicht einfach auf einer Bewunderung der Stärken des anderen, sondern lebt von der gegenseitigen Geduld und dem Mitgefühl für unsere Schwächen. Liebe ist die Fähigkeit, genug Fantasie aufzubringen, um eine Person auch dann zu ertragen, wenn sie uns gerade am wenigsten beeindruckt, sowie die stetige Bereitschaft, zu verzeihen.

Wir sollten von niemandem erwarten, dass er oder sie uns liebt „so wie wir sind“. Lernen und Entwicklung bilden der Kern der Liebe. Echte Liebe verbindet zwei Menschen, die einander dabei unterstützen, die beste Version ihrer Selbst zu werden. Dass zwei Menschen zusammenpassen, ist dabei nicht die Voraussetzung der Liebe – es ist ihr Ergebnis.

7. Übe dich in heiterer Verzweiflung

Wir stehen unter dem unangemessenen und nicht ganz fairen Druck, stets fröhlich zu sein. Dabei geht fast nichts richtig gut: Jederzeit erwarten uns Frustration und Unglück, Missverständnisse und Abfuhren. Darum sollte es uns erlaubt sein, melancholisch zu sein. Melancholie ist nicht Zorn oder Bitterkeit, es ist eine würdevolle Art der Traurigkeit, die dann in uns aufsteigt, wenn wir offen für die Tatsache sind, dass Enttäuschung im Zentrum menschlicher Erfahrung steht. In unserer melancholischen Verfassung begreifen wir ohne Grimm oder falsche Rührseligkeit, dass niemand einen anderen jemals ganz verstehen kann, dass Einsamkeit universell ist und jedes Leben sein bestimmtes Maß an Leiden hat.

Aber obwohl es eine Fülle an Dingen gibt, über die man traurig sein kann, sind wir nicht ständig dazu verdammt. Vor dem Hintergrund der Dunkelheit erkennen wir die vielen kleinen Dinge deutlicher: ein sonniger Tag, eine dahin treibende Wolke, die Morgen- und die Abenddämmerung, ein zärtlicher Blick. Haben wir verinnerlicht, wie tragisch das Leben ist, können wir uns umso mehr an einem völlig ereignislosen Tag an ein paar zarten Blumen oder dem aufrichtigen Gespräch mit einem Freund freuen. Wir können lernen, das Gute zu schätzen, wann oder wo auch immer es auftaucht und worin es auch besteht. Übe dich in heiterer Verzweiflung!

8. Erkenne, wie unwichtig Du bist

Zum Glück sind wir nicht das Zentrum der Welt, sondern winzige Bündel vergänglicher Materie in einem unendlich kleinen Winkel des grenzenlosen Universums. Aufs Ganze gesehen haben wir keinerlei Bedeutung – und das ist befreiend.

Statt uns darüber zu beschweren, wie klein wir sind, sollten wir das Gefühl der Demut genießen, das uns ein mächtiger Ozean einflößt, ein Eisberg oder riesige Planeten, hunderte und Tausende Lichtjahre von der Erde entfernt. Wir sollten uns erleichtert fühlen, angesichts der freundlichen Gleichgültigkeit des unendlichen Alls; einer Ewigkeit, die uns keinerlei Beachtung schenkt. Diese Demut, die uns die Natur, die Geschichte und der Himmel über uns lehrt, ist ein Segen und die beständige Alternative zu einem Leben, in dem hektisches Gedränge, Humorlosigkeit und ängstlicher Stolz regieren.

***

Ein letztes noch: Diese Punkte mögen in Teilen überzeugend klingen. Aber das ist nicht genug. In der Theorie wissen wir so ziemlich alles. Und dennoch: In der Praxis ist jede dieser Ideen notorisch schwach darin, unser Verhalten und unsere Gefühle zu leiten. Wir verfügen zwar über Wissen, aber es nützt uns nichts.

Wir vergessen fast alles – unser Gedächtnis ist ein Sieb. Was morgens früh um acht ein überzeugender Vorsatz zu sein schien, ist gegen Mittag kaum mehr als eine trübe Erinnerung und gegen Abend nur noch ein unentzifferbarer Kondensstreifen in unserem umwölkten Verstand.

Aus diesem Grund müssen wir uns wieder und wieder damit beschäftigen. Eine wahrlich gute „Schule“ sollte uns nicht nur Dinge sagen, die wir noch niemals zuvor gehört haben. Sie wäre vielmehr damit beschäftigt, uns all das in Erinnerung zu rufen, was uns theoretisch bekannt ist, in der Praxis aber vergessen wird.

Darum bietet The School of Life eine Vielzahl von (Online-)Workshops und Events, die uns zeigen und in Erinnerung rufen, wie wir diese 8 zentralen Einsichten immer wieder neu in unser Leben integrieren – Informiere Dich jetzt über unser Programm!

By The School of Life

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