{"id":4074,"date":"2021-10-01T11:44:15","date_gmt":"2021-10-01T11:44:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.theschooloflife.com\/berlin\/?p=4074"},"modified":"2024-09-24T11:21:01","modified_gmt":"2024-09-24T11:21:01","slug":"wie-wir-mit-unseren-partnerinnen-uber-sex-reden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theschooloflife.com\/berlin\/blog\/wie-wir-mit-unseren-partnerinnen-uber-sex-reden\/","title":{"rendered":"Wie wir mit unseren Partner*innen \u00fcber Sex reden"},"content":{"rendered":"\n<p>In einer Beziehung \u00fcber Sex zu reden, f\u00e4llt uns oft alles andere als leicht. Wir wollen von unseren Partner*innen verstanden und voll und ganz akzeptiert werden. Doch statt mit ihnen zu teilen, was wir wirklich wollen, behalten wir unsere W\u00fcnsche f\u00fcr uns. Wenn unser*e Partner*in uns dann nicht auf Anhieb versteht, \u00e4rgern wir uns, dass wir uns \u00fcberhaupt erkl\u00e4ren m\u00fcssen und reagieren irritiert, defensiv oder missmutig.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Problem geht auf unser Verst\u00e4ndnis von Romantik zur\u00fcck, die wiederum von der Idee der wortlosen Kommunikation ganz besessen war. Dieser Vorstellung zufolge verstehen sich die Partner*innen in einer gut funktionierenden Beziehung blind. Liebende, die sich in die Augen sehen, verstehen einander intuitiv aus tiefstem Herzen. Im Hinblick auf Sex bedeutet dies, dass Menschen, die f\u00fcreinander bestimmt sind, instinktiv und auf magische Weise zueinander finden und im Bett alles richtig machen. Obwohl die Erfahrung immer wieder zeigt, dass es sich in der Praxis ganz anders verh\u00e4lt, halten wir weiter an diesem Ideal fest.<\/p>\n\n\n\n<p>Nichts klingt weniger romantisch, als dem*der Partner*in stundenlang erkl\u00e4ren zu m\u00fcssen, warum wir im Schlafzimmer in schenkelhohen Lederstiefeln herumstolzieren m\u00f6chten; warum wir, wenn es auf den Orgasmus zugeht, die andere Person w\u00fcst beschimpfen m\u00f6chten oder sogar &#8211; (obwohl wir eigentlich \u201eanst\u00e4ndige\u201c Mensch und gesetzestreue B\u00fcrger*innen sind) gerne \u2013 so realistisch wie m\u00f6glich \u2013 tun w\u00fcrden, als w\u00fcrden wir unser*e Partner*in vergewaltigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorstellung, sich einem*einer skeptischen Partner*in lang und breit erkl\u00e4ren zu m\u00fcssen, ist einfach unvereinbar mit unserer Idealvorstellung von Sex. Dennoch ist die Bereitschaft, der anderen Person unsere sexuellen Pr\u00e4ferenzen zu erkl\u00e4ren, nichts geringeres als ein Zeichen der Liebe. Wir m\u00f6chten ja, dass die Beziehung funktioniert, und gerade deshalb m\u00fcssen wir diese \u201eunromantische\u201c Aufgabe erf\u00fcllen: Wir m\u00fcssen erkl\u00e4ren, was uns sexuell erregt. Damit uns das gelingt, sollten wir drei Punkte beachten:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8211; Die Wichtigkeit der Aufgabe anerkennen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Versetzen wir uns f\u00fcr einen Moment in die Lage unseres Gegen\u00fcbers: Er oder sie kann nicht in unseren Kopf hineinsehen und kann nicht erahnen, was alles dazu beigetragen hat, dass wir uns heute w\u00fcnschen, was wir uns w\u00fcnschen. Unser*e Partner*in ist auf diese Art von Sex vielleicht nicht eingestellt (vielleicht kostet sie \u00dcberwindung) und kann von sich aus auch gar nicht wissen, welche sexuellen Vorlieben wir haben, warum wir diese m\u00f6gen und was sie f\u00fcr uns bedeuten. Diese Ignoranz ist kein Mangel an Liebe. Die \u00c4ngste und Bedenken des Partners oder der Partnerin sind legitim, selbst wenn sie uns l\u00e4cherlich vorkommen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist wichtig, zu erkennen, wie umfangreich die Aufgabe ist, uns der anderen Person verst\u00e4ndlich zu machen, damit wir ihr gen\u00fcgend Zeit einr\u00e4umen. Wenn uns innerlich vollkommen klar ist, dass uns hier eine gro\u00dfe Aufgabe bevorsteht, dann erwarten wir auch keine schnellen Ergebnisse. Sexuelle Kommunikation ist eine Art Unterrichtsfach (so seltsam das auch klingen mag). Beim Unterrichten ist es immer wichtig, zu wissen, dass der Lernprozess seine Zeit braucht. Auf anderen Gebieten haben wir das voll akzeptiert, wie zum Beispiel beim Fahrunterricht oder wenn jemand lernen soll, mathematische Gleichungen zu l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><em><strong>WIR M\u00dcSSEN DEN RICHTIGEN MOMENT ZUM KOMMUNIZIEREN W\u00c4HLEN \u2013 WENN WIR IN FAHRT SIND, IST ES ZU SP\u00c4T<\/strong><\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Aufgabe richtig einzusch\u00e4tzen bedeutet auch, zu erkennen, wie wichtig es ist, wann diese Kommunikation stattfindet. Wir m\u00fcssen den richtigen Moment w\u00e4hlen \u2013 vielleicht viele verschiedene Momente \u2013, in denen wir noch ruhig miteinander sprechen k\u00f6nnen, nicht wenn wir schon erregt sind und den Partner oder die Partnerin auf die Schnelle \u00fcberreden wollen. Dann werden wir un\u00fcberlegt und unterrichten schlecht, weil wir es mit dem Ergebnis so eilig haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie bei jedem anderen komplexen und langwierigen Unterrichtsprojekt sollte die Kommunikation dann stattfinden, wenn es nicht ausschlaggebend ist, dass unser Gegen\u00fcber gleich alles richtig versteht. Wir m\u00fcssen gen\u00fcgend Zeit daf\u00fcr einrechnen, dass die andere Person nicht gleich \u00fcberzeugt ist, dass es einige schwierige Momente gibt und dass wir uns noch nicht richtig verst\u00e4ndlich machen k\u00f6nnen. Und ganz tief in unserem Inneren m\u00fcssen wir auch zulassen k\u00f6nnen, dass der*die Partner*in \u00fcberhaupt kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr unsere Vorlieben aufbringen kann, und wir auch das akzeptieren m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<hr style=\"width: 100%; height: 1px; background-color: #000; margin-bottom: 30px; margin-top: 20px\">\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">The School of Life<br><strong>Leading the AI-Transformation \u2013<\/strong> <strong>Gratis Workshop f\u00fcr HR <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>KI ver\u00e4ndert Aufgaben, Rollen und Entscheidungsprozesse rasant. 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Sie helfen uns, bei einer anderen Person eine positive Einstellung hervorzurufen. Ohne diese Vorarbeit schustern wir schnell ein paar vordergr\u00fcndige Argumente zusammen, f\u00fchlen uns schnell in die Enge getrieben und vermitteln unser Anliegen schlecht, weil wir selbst keine solide Basis f\u00fcr die Erkl\u00e4rung unserer sexuellen Vorlieben und W\u00fcnsche haben.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><em><strong>WENN WIR DAVON \u00dcBERZEUGT SIND, DASS UNSERE W\u00dcNSCHE IHRE BERECHTIGUNG HABEN, DANN K\u00d6NNEN WIR SIE GEDULDIG UND KLAR KOMMUNIZIEREN.<\/strong><\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Wenn wir aber davon \u00fcberzeugt sind, dass unsere W\u00fcnsche ihre Berechtigung haben, dann k\u00f6nnen wir sie geduldig und klar kommunizieren. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen die Partner*innen Einw\u00e4nde erheben; sie werden Angst bekommen und vielleicht sogar hier und da Ekel empfinden. Doch wenn wir uns selbst grunds\u00e4tzlich verstehen und akzeptieren, dann haben wir diesen Prozess schon einmal mit uns selbst durchlaufen: Wir haben uns unserer Scham gestellt, unserer Bef\u00fcrchtung, wir seien abwegig veranlagt, und unserer Unsicherheit dar\u00fcber, ob wir tats\u00e4chlich die andere Person lieben k\u00f6nnen, wenn wir diese Praktiken mit ihr durchf\u00fchren. Zu all diesen Punkten haben wir schon geeignete Antworten gefunden. Wenn wir uns damit auseinandersetzen, werden bestimmte Aspekte unserer Vorstellungen f\u00fcr unsere Partner*innen weniger be\u00e4ngstigend wirken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>&#8211; Sex mit einer abgekl\u00e4rten Wehmut betrachten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine der schwierigsten Herausforderungen bei der Kommunikation stellt sich im Zusammenhang mit nicht monogamem Verhalten oder Untreue. In solchen F\u00e4llen kann es auch mal besser sein, gegebenenfalls nicht zu kommunizieren. Trag\u00f6dien entstehen nicht etwa, wenn etwas total schiefl\u00e4uft, sondern wenn es zum Konflikt zwischen zwei guten und w\u00fcnschenswerten Dingen kommt, die in unserem Leben nicht beide gleichzeitig Bestand haben k\u00f6nnen. Wir m\u00f6chten zwar offen und ehrlich sein und unserem Partner ganz und gar reinen Wein einschenken, aber andererseits m\u00f6chten wir auch \u2013 oder brauchen es sogar \u2013 Dinge erkunden und ausprobieren, die die andere Person vollkommen abschrecken w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorstellung von der Trag\u00f6die als Konflikt zwischen gegens\u00e4tzlichen Idealen hat eine lange kulturelle Geschichte. Schon die alten Griechen haben sich damit auseinandergesetzt, wie zum Beispiel in Sophokles\u2019 Trag\u00f6die \u201eAntigone\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Drama wird die Protagonistin Antigone aufgerieben zwischen zwei Loyalit\u00e4ten, die sich gegenseitig ausschlie\u00dfen. Die Loyalit\u00e4t zur Familie erfordert, dass sie ihren Bruder, den Krieger Polyneikes beerdigt, doch andererseits ist sie auch dem Stadtstaat Theben gegen\u00fcber loyal, in welchem sie lebt. Normalerweise w\u00e4re das kein Problem, doch ihr Bruder f\u00fchrt eine Rebellion gegen die Stadt an und f\u00e4llt dabei im Kampf. Antigone will ihn in Ehren begraben, doch das widerspricht den Forderungen der Stadt Theben, die ihn als Verr\u00e4ter ansieht. In diesem Fall ist es Antigone nicht m\u00f6glich, gleichzeitig eine gute B\u00fcrgerin und eine gute Schwester zu sein. Die beiden Prinzipien, die sie hochh\u00e4lt, stehen in tragischem Konflikt zueinander.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><em><strong>ES IST UNM\u00d6GLICH ALLE UNSERE IDEALE ZU LEBEN<\/strong><\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Griechen*innen bekannten sich dazu, dass es unm\u00f6glich sein kann, alle seine Ideale zu leben. Sie stellten in heroischer Klarheit heraus, wie gro\u00df diese Pr\u00fcfung f\u00fcr den*die Einzelne*n sein kann und wie viel Leid ein solcher Konflikt verursacht. Sie kamen zu der Einsicht, dass der Mensch \u2013 mit schrecklicher Regelm\u00e4\u00dfigkeit \u2013 in Zwangslagen ger\u00e4t, in denen er ein wichtiges Prinzip f\u00fcr ein anderes opfern muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Solchen tragischen Situationen begegnet man am besten mit N\u00fcchternheit \u2013 der traurigen, aber wahren Einsicht, dass das Leben Leid f\u00fcr uns bereith\u00e4lt, das nicht wiedergutgemacht werden kann. Wenn wir das Leben aus dieser Perspektive betrachten, werden wir nicht von Schockstarre erfasst, wenn wir ein gutes Prinzip aufgeben m\u00fcssen, um ein anderes aufrechtzuerhalten. In Zwangslagen entscheiden zu m\u00fcssen, ist kein Fluch, der nur uns allein auferlegt ist. Er ist unvermeidlicher Bestandteil im Leben jedes Menschen, ganz gleich, wie sehr wir versuchen, diesem Schicksal zu entkommen. Im 19. Jahrhundert beschrieb der d\u00e4nische Philosoph S\u00f8ren Kierkegaard die Qual der Wahl in einem ber\u00fchmten Abschnitt seines Buchs \u201eEntweder \u2013 Oder\u201c (1843):<\/p>\n\n\n\n<p><br><em>Verheirate dich, du wirst es bereuen; verheirate dich nicht, du wirst es auch bereuen. Heirate oder heirate nicht, du wirst beides bereuen. Verlache die Torheiten der Welt, du wirst es bereuen; beweine sie, du wirst es auch bereuen; verlache die Torheit der Welt oder beweine sie, beides wirst du bereuen. Traue einem M\u00e4dchen, du wirst es bereuen; traue ihm nicht, du wirst auch dies bereuen &#8230; H\u00e4nge dich auf, du wirst es bereuen; h\u00e4nge dich nicht auf, und du wirst auch dies bereuen; h\u00e4nge dich auf oder nicht, beides wird dich reuen. Dieses, meine Herren, ist der Inbegriff aller Lebensweisheiten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Diese gleichm\u00fctige Betrachtung und die Anerkennung eines tragischen Konflikts sind vielleicht die beste Reaktion auf sexuelle W\u00fcnsche, die f\u00fcr den anderen zu schmerzhaft und bedrohlich sind oder von denen er oder sie nichts h\u00f6ren will. Und wir m\u00fcssen akzeptieren, dass bestimmte H\u00fcrden in der Kommunikation nicht \u00fcberwunden werden k\u00f6nnen. Bestimmte Dinge sollten wir wirklich besser f\u00fcr uns behalten und nicht versuchen, sie mit anderen zu teilen, auch nicht mit denen, die uns am n\u00e4chsten stehen. Zwar w\u00e4ren wir gerne ehrlich und m\u00f6chten, dass man uns versteht und vergibt, aber wir akzeptieren mit einer melancholischen, aber abgekl\u00e4rten Haltung, dass wir manche Dinge einfach nicht \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen. Wenn wir sie f\u00fcr uns behalten, bedeutet das nicht, dass wir unaufrichtig oder skrupellos sind, sondern dass es eben im Leben der Menschen Dinge gibt, die nicht miteinander vereinbar sind \u2013 und das ist keineswegs unsere Schuld.<\/p>\n\n\n\n<p>Sex sollte an sich eines der faszinierendsten und reizvollsten Erlebnisse unseres Lebens sein \u2013 eine Quelle des Loslassens, der N\u00e4he und der sinnlichen Freude. Aber wir wissen alle, dass Sexualit\u00e4t oft mit Scham, Ekel, K\u00e4lte und Entt\u00e4uschung einhergeht. Das geben wir zwar ungern zu, aber die Erfahrung ist weit verbreitet. Der Grund daf\u00fcr ist nicht, dass Sex an sich b\u00f6se oder schlecht w\u00e4re, sondern dass er uns vor besonders heikle Herausforderungen stellt: Wir sehnen uns nach Vereinigung und f\u00fcrchten uns vor Zur\u00fcckweisung. Wir werden erregt von Dingen, die nicht in Einklang mit dem stehen, was uns ansonsten wichtig ist oder wie wir sein wollen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><em><strong>WIR SOLLTEN UNS DARAUF EINSTELLEN, DASS SEX EIN SCHWIERIGER BEREICH IN UNSEREM LEBEN BLEIBEN WIRD.<\/strong><\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Was wir vorschlagen, ist, zun\u00e4chst einmal anzuerkennen, dass sexuelle Gef\u00fchle komplex und eher geistig als k\u00f6rperlich verankert sind. Beim Sex verfolgen wir achtbare, wichtige Ziele, doch wir tun das in einer Weise, die unseren normalen Verhaltensweisen und Einstellungen entgegenstehen und sie verletzen. Wir sollten uns also darauf einstellen, dass Sex ein schwieriger Bereich in unserem Leben bleiben wird. Wenn wir automatisch davon ausgehen, dass Sex immer nur gro\u00dfartig und leicht ist, dann machen wir uns nur unn\u00f6tige Sorgen und sind verunsichert, wenn dies nicht der Fall ist. Es ist besser, von der zutreffenderen, wenn auch pessimistischeren Pr\u00e4misse auszugehen, dass Sex ein Problemfeld mit wiederkehrenden Spannungen und Kommunikationsschwierigkeiten bleibt, und dass es viele Situationen geben wird, in denen wir uns sch\u00e4men und mit uns selbst unzufrieden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Von diesem weniger blau\u00e4ugigen Standpunkt aus k\u00f6nnen wir realistisch und in aller Bescheidenheit unsere F\u00e4higkeiten einsetzen, unsere Situation zu verbessern. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass danach alles glattl\u00e4uft. Unser Liebesleben wird wahrscheinlich niemals unseren Idealvorstellungen entsprechen. Gro\u00dfartiger Sex kommt ziemlich selten vor, denn dazu m\u00fcssen viele Voraussetzungen erf\u00fcllt sein. Aber das ist ganz in Ordnung so.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir reden hier ja nicht davon, dass unser Sexleben fast perfekt ist und nur noch das i-T\u00fcpfelchen zur Vollkommenheit fehlt. Die meiste Zeit gehen wir von viel bescheideneren Erwartungen aus. Wir suchen eine echte Verbesserung, kein erotisches Paradies.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden auch weiterhin immer wieder von Einsamkeit geplagt, werden uns auch k\u00fcnftig unverstanden f\u00fchlen und Best\u00fcrzung ausl\u00f6sen; wir werden auch weiterhin gelegentlich beleidigt sein und m\u00fcssen vielleicht einige Geheimnisse f\u00fcr uns behalten und auf einiges verzichten m\u00fcssen, das wir eigentlich wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind jedoch besser vorbereitet auf die Schwierigkeiten, die unweigerlich auf uns zukommen und bewegen uns \u2013 mit einigen R\u00fcckschl\u00e4gen \u2013 auf ein bescheidenes, und doch so wichtiges Ziel zu: ein gr\u00f6\u00dferes Ma\u00df an sexueller Befriedigung und ein paar, wahrscheinlich seltene Momente echter Ekstase.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"353\" 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